Eigentlich bedarf das Lehrbuch des Medienrechts von Frank Fechner keiner besonderen Empfehlung. Der Umstand, daß es seit 2000 jährlich (!) in neuer Auflage erscheint, spricht für sich.

Für Bibliothekare ist Medienrecht, obwohl es sich im Schwerpunkt mit Massenkommunikationsmitteln beschäftigt, durchaus von Interesse. Das gilt vor allem für die allgemeinen Grundfragen, die Bibliotheks- und Medienrecht als publikationsrechtlichen Materien gemeinsam sind, das gilt aber auch für die besonderen Medienrechtsbereiche des Buch- und des Multimediarechts sowie die Presserechts (Pflichtexemplarrecht). Alle diese Fragen werden bei Fechner ausgiebig und verständlich behandelt.

Ein allgemeiner Teil des Medienrechts ermöglicht eine gute Orientierung vor allem bei den wichtigen verfassungsrechtlichen Grundlagen des Medienrechts. Hier sei besonders hervorgehoben, daß Fechner beim Grundrecht der Informationsfreiheit Bibliotheken eigens erwähnt, nämlich als allgemein zugängliche Quellen der Informationsbeschaffung, Rn. 139.

Kompakt und gut verständlich ist die Einführung in das Urheberrecht, Rn. 359-474.

Der Abschnitt "Buch" bringt einen Überblick zum Verlagsrecht sowie zum Recht der Buchpreisbindung, Rn. 810-847.

Fragen von Urheberrecht und Internet werden unter dem Punkt "Multimedia" behandelt, Rn. 1424-1451.

Kleine Desiderate bleiben für eine Neuauflage. So wäre es wünschenswert, im Abschnitt "Multimedia" auf Rechtsfragen im Kontext von "Open access" näher einzugehen. Auch eine stärkere Berücksichtigung von Bibliotheksrecht im enegeren Sinn böte sich an; zu nennen wäre das neue Deutsche Nationalbibliotheksgesetz (DNBG) mit seinem Sammelauftrag auch unkörperlicher Medienwerke in § 15 DNBG.

Dennoch: Für das erste Einlesen in die Materie sowie für die bibliothekarische Ausbildung ist Fechners Lehrbuch rundum zu empfehlen.

Quelle: Frank Fechner: Medienrecht, 8. Aufl., Tübingen 2007.