Jan Ole Püschel untersucht die Auswirkungen des Erlasses von Informationsfreiheitsgesetzen für den presserechtlichen Auskunftsanspruch.

Bibliothekarisch interessant sind seine Ausführungen zu Grundrechten. So nimmt Püschl mit der herrschenden Meinung an, es gebe weder für die Bürger noch für die Medien ein allgemeines und verfassungsunmittelbares Recht auf Informationszugang gegenüber dem Staat. S. 401

Ein Grundrecht wie Informationsfreiheit, auf das sich Bibliotheken bei ihrer Tätigkeit gerne berufen, gibt dem einzelnen keinen Anspruch auf die Eröffnung von Information, sondern stellt lediglich eine objektiv-rechtliche Verfassungsvorgabe dar, die einfachgesetzlich auszugestalten ist.

Für den Bereich der bei staatlichen Stellen vorhandenen Informationen findet diese einfachgesetzliche Ausgestaltung durch das Informationsfreiheitsgesetz und durch presserechtliche Vorschriften statt.

Im Ergebnis sind beide Auskunftsansprüche nach Püschel übrigens nicht deckungsgleich.

Quelle: Jan Ole Püschel, Zur Berechtigung des presserechtlichen Auskunftsanspruchs in Zeiten allgemeiner Informationszugangsfreiheit, in: AfP 2006. H. 5, S. 401-407.