Rechtsfragen zu Studien- und Diplomarbeiten behandelt der immer noch lesenswerte Aufsatz vin Winfried Veelken, Schutzrechtsfragen im Hochschubereich : Studien- und Diplomarbeiten, in: Wissenschaftsrecht (WissR) 26 (1993), S. 93-135.

Einige Aspekte seien genannt:

Auch studentische Arbeiten unterliegen der Urheberrecht. Dieses steht den Studenten und nicht den betreuenden Hochschullehrern zu (S. 114).

Problematisch für den urheberrechtlichen Schutz studentischer Arbeiten ist aber ihr handwerklich-wissenschaftlicher Charakter. Das Urheberrecht schützt keine Inhalte, sondern nur deren schöpferische Verkörperung. Wenn durch wissenschaftliche Standards und Festlegungen bestimmte Formulierungen und Gedankenschritte weitgehend zwingend vorgegeben sind, bleibt nur wenig Raum für eine individuelle schöpferische Leistung (S. 101-105). Dieses Problem tritt in den Geistes- und Sozialwissenschaften weniger auf, ist aber in den Natur- und Technikwissenschaften relevant.

Erörtert wird die Zulässigkeit einer vertraglichen Übertragung von Nutzungsrechten auf die Hochschule. Hier ist Veelken zurückhaltend. Eine pauschale und undifferenzierte Übertragung aller Rechte lehnt er ab. Der Student kann vertraglich nicht „gezwungen“ werden, seine Rechte der Hochschule einzuräumen. Insbesondere ist eine Koppelung zwischen Betreuung der Arbeit durch einen Hochschullehrer und Rechtseinräumung nicht zulässig.

Interessant ist der Hinweis, daß die dem Studenten vertraglich auferlegte Pflicht, die Arbeit der Bibliothek zur öffentlichen Benutzung zu überlassen, unbedenklich ist. (S. 134)

Veelkens Aufsatz ist auch heute noch lesenswert, wenngleich er die Probleme studentischer Arbeiten mehr aus Sicht des Vertragsrechts denn des hochschuleigenen Satzungsrechts behandelt. Das Satzungsrecht aber wäre wohl der angemessene Ort, die in dem Aufsatz behandelten Fragen hochschuleinheitlich zu regeln.